Ein Plädoyer für mutiges Fühlen und liebevolle Präsenz
Das Problem im Umgang mit Gefühlen ist meist nicht das Gefühl selbst. Es ist unser Impuls, sofort etwas mit dem Gefühl tun zu wollen: es zu verändern, zu unterdrücken, zu verdrängen oder „besser“ zu machen.
Viele Menschen halten es kaum aus, wenn jemand einfach nur traurig sein möchte – ohne Lösung, ohne Optimierung, ohne Coaching-Ansatz.
Und genau hier beginnt die eigentliche Kunst im Umgang mit Gefühlen.
Keine Angst vor Gefühlen
Es geht darum, keine Angst vor Gefühlen zu haben. Denn wir sind fühlende Wesen. Zum Menschsein gehört das ganze Spektrum: Ohnmacht, Ekel, Angst, Wut, Trauer – genauso wie Freude, Liebe, Dankbarkeit und Ekstase.
Ein Gefühl ist weder gut noch schlecht. Es ist schlicht: Energie in Bewegung. Energie, die fließen will. Energie, die gesehen, gefühlt und anerkannt werden möchte.
Fühlen heißt zulassen
Gefühle tauchen nicht auf, um weggemacht zu werden. Sie tauchen auf, weil sie gefühlt werden wollen. Manchmal sind sie Wegweiser, die uns etwas über uns selbst erzählen.
Die Kunst ist, ein Gefühl da sein zu lassen, ohne es sofort verändern zu wollen.
Und ja – Frustration aushalten, Traurigkeit einfach spüren – das ist nicht gerade en vogue in unserer Wohlfühlgesellschaft. Doch genau das ist tiefe innere Praxis. Denn oft geschieht allein durch das Zulassen bereits Veränderung.
Was wir in uns nicht halten können, lehnen wir im Außen ab
Wir können andere Menschen nur in ihren Gefühlen halten, wenn wir gelernt haben, uns selbst in diesen Gefühlen zu halten.
Lehnen wir unsere eigene Traurigkeit ab, werden wir auch die Traurigkeit anderer schwer ertragen. Erlauben wir uns keine Wut, wird uns die Wut im Außen triggern.
Heilung beginnt immer bei uns selbst. Uns erlauben, alles zu fühlen – ohne Urteil, ohne Selbstverurteilung, ohne sofortige Reparatur. Einfach fühlen. Da sein. Atmen.
Feel it to heal it
Wenn wir lernen, für uns selbst und für andere einen Raum zu halten, in dem alles gefühlt werden darf, dann entsteht Heilung. Für uns. Für unsere Kinder. Für die Welt.
Feel it to heal it.
Und wie fühlst du dich heute?
Ich persönlich fühle mich heute überfordert und traurig. Ich habe mich diesem Gefühl hingegeben und einfach zwei Stunden mit meinem Baby geschlafen. Und genau das war richtig.
Mit Mitgefühl, Mut & Menschlichkeit,
Wanda
