Ein Plädoyer für das pure Sein
Mehr Sein. Weniger Tun.
Neulich habe ich dieses satte, wunschlosglückliche Gefühl wieder gespürt. Dieses tiefe Zufriedensein, einfach nur in meiner Haut zu sitzen – wie eine Made im Speck. Nicht, weil etwas Besonderes passiert wäre. Sondern einfach, weil ich bin.
Und ja, der Hüftspeck wächst im Campingmobil tatsächlich auch ganz real mit. Man kann ihm beim Entstehen fast zusehen. Aber weißt du was? Ich nehme ihn gerne in Kauf – für dieses Gefühl von innerer Weite und Frieden.
In meiner Morgenmeditation taucht seit Beginn unserer Reise immer wieder eine einfache, kraftvolle Wahrheit auf:
ICH BIN. I AM. Und das reicht.
Die radikale Idee des Nichts-Tuns
In unserer leistungsorientierten Welt werden wir fürs Tun belohnt. Für Produktivität. Für Output. Für Erfolge. Wir bekommen Applaus für Disziplin – aber selten für Entspannung.
Wann hat dir zuletzt jemand gesagt:
„Wie schön du einfach nur sein kannst. Gut gemacht.“
Vermutlich nie.
Der gesellschaftliche Code lautet oft: Ich leiste, also bin ich wertvoll. Und genau hier liegt die Falle. Denn wenn Wert an Leistung gekoppelt ist, wird Ruhe schnell zu Schuld. Pause wird zu Stillstand. Und Sein fühlt sich plötzlich nach Versagen an.
Ich kenne das nur zu gut. Auch ich habe die letzten Jahre ordentlich gehustelt. Projekte, Launches, Retreats, Ideen. Und vieles davon liebe ich. Aber ich spüre gerade sehr deutlich: Nur Tun führt irgendwann weg von der eigenen Mitte.
Wie schon der Buddha lehrte: Der mittlere Weg ist der wahre Weg. Nicht Extreme. Nicht nur Disziplin. Nicht nur Rückzug. Sondern Balance.
Beim Campen wird diese Balance fast erzwungen. Alles dauert länger. Wasser holen. Abwaschen. Warten. Man hat plötzlich Zeit. Und genau in dieser Langsamkeit liegt eine unerwartete Freiheit: Ich muss nichts erreichen. Ich darf einfach da sein.
I AM HERE. I AM NOW. I AM.
Vielleicht ist der Weg gar nicht das Ziel. Vielleicht gibt es gar kein Ziel. Vielleicht ist das Ziel genau dieses Bewusstsein: Hier. Jetzt. Wach.
Das Sanskrit-Mantra So Ham bringt es für mich auf den Punkt. Es bedeutet: „Ich bin das.“ Ich bin dieses Bewusstsein selbst. Nicht meine To-do-Liste. Nicht meine Erfolge. Nicht meine Geschichten.
Unter all dem bleibt etwas Unberührtes. Still. Friedvoll. Vollständig.
Dort ist alles gut.
Egal, wie viel ich leiste.
Egal, wie ich aussehe.
Egal, ob ich gerade produktiv bin oder wie eine Made im Speck daliege.
Und du?
Wie ist dein Verhältnis zum Hustlen und Ausruhen?
Erlaubst du dir, einfach nur zu sein – ohne etwas beweisen zu müssen?
Mit Liebe & Präsenz,
Wanda
